Thalél Malis: Das Flüstern der Flammen“
von Nancy Pfeil

Zugegeben, ich bin nicht so ganz die Zielgruppe dieses Buches … aber begeistert hat es mich trotzdem . „Das Flüstern der Flammen“ ist der erste Teil der „Thalél Malis“ Trilogie von Nancy Pfeil.

Der aktuelle Frieden zwischen den beiden Reichen Jordanes und Anartier ist ein wackliger. Der letzte Krieg ging zugunsten der Jordanesen aus. Da in Anartier jedoch einzelne Stämme auf die Barrikaden gehen , fasst König Emiljian den Entschluss, seine Schwester Neyla mit einem anartischen Stammesfürst zu verehelichen, um den Friedensvertrag zu erneuern. Diese ist davon verständlicherweise nicht begeistert. Noch weniger begeistert ist sie, dass sie von Danis, einem seit dem letzten Krieg gefangenen Anarten, trainiert wird, um im Feindesland gewappnet zu sein. Die anfängliche Ablehnung zueinander weicht jedoch schon bald auf. Neyla weiß natürlich, dass eine Liebe zu Danis keine Zukunft hat, kann jedoch ihre Gefühle nicht leugnen. Als die Reise schließlich beginnt, gerät Neyla in Gefangenschaft und alles wird anders …

Ehrlich gesagt dachte ich in den ersten Kapitel noch höhnisch „Typischer Fantasy-Kitsch für Weiber“: Eine Liebe, erschwert durch verfeindete Reiche – ist ja nun nicht gerade das originellste Thema unter der Sonne. Der absolut mitreißende Schreibstil von Nancy Pfeil ließ mich weiterlesen. Ich muss zugeben, dass ich positiv überrascht wurde, je weiter das Buch voranschritt. Der Roman lockt den Leser mehrfach auf eine falsche Spur und punktet durch unerwartete Wendungen. Nach und nach offenbart sich, dass es in „Das Flüstern der Flammen“ bzw. der Reihe „Thalél Malis“ eben um mehr geht, als nur um eine Liebesgeschichte. Der Spannungsbogen zieht in der zweiten Hälfte des Romans massiv an, enthüllt immer mehr und gipfelt in einem Finale, das mich mit lauter Fragezeichen zurückließ – und unglaublicher Lust auf die Folgebände.

Besonders gut gefallen hat mir die Einwebung der nordischen/germanischen Mythologie im Volk der Anarten. Die Welt von „Thalel Malis“ ist gewinnt dadurch an Tiefe, punktet dennoch auch mit Eigenständigkeit.

Abzüge gibt es eigentlich nur in der B-Note. Ich fand, Neyla wurde etwas zu schnell von den Anarten (bzw. dem größten Teil von ihnen) akzeptiert. Hier hätte ich mir, trotz der Erkenntnisse rund um ihre Herkunft, etwas mehr Misstrauen gewünscht. Lustig muten einige Dialoge an, die etwas anachronistisch wirken. Bspw. ist Danis wiederholt ausgerufenes „Herrgott“ nicht wirklich passend, v. a. da die Anarten mehrere Götter besitzen.
Aber das ist Gemecker auf hohem Niveau. „Das Flüstern der Flammen“ ist ein Lesevergnügen von der ersten bis zur letzten Seite. Die Autorin hat einen glänzenden Auftakt für ihre Reihe geschrieben und daher verdient „Das Flüstern der Flammen“ volle fünf Sterne. Mehr davon bitte .

erschienen im Tagträumer-Verlag
ISBN: 978-3-946843-09-2
Preis TB: 16,90 €

Rezi: „Thalel Malis (1) – Das Flüstern der Flammen“

Ein Gedanke zu „Rezi: „Thalel Malis (1) – Das Flüstern der Flammen“

  • 9. April 2018 bei 7:07 am
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    Dieses Buch aus dem Tagträumer Verlag ist so toll! Ich habe es von der ersten Zeile an geliebt ♥️

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