Ihr wollt wirklich etwas über mich wissen? Habt ihr nichts Besseres zu tun? Der Katze beim Mittagsschlaf zuschauen, zum Beispiel? Nein? Nun gut. Mein Name ist Christoph ‚Chris‘ Kolb, geboren, aufgewachsen und noch immer wohnhaft im nordbadischen Ländereck. Ich habe meine Lehre zum Großhandelskaufmann in einem nicht ganz unbekannten  Lebensmittelkonzern gemacht und bin dort bis heute als Teamleiter in der Lagerlogistik tätig.

Wenn ich nicht gerade schreibe, lese oder arbeite – (häufigste Tätigkeiten) – höre ich laut und gerne Musik, genieße die freie Natur, versuche irgendwie fit zu bleiben, erfülle die Klischees eines Geeks (ihr wisst schon: In Online-Foren über die Unlogik von Star Trek-Folge XY diskutieren und so) oder beschäftige mich mit meinen Katzen.

Schreiben, Lesen und das Teufelchen

Lesen war ein Teil von mir, seitdem ich denken kann. Ich liebe es, mich ganz in einer Geschichte zu verlieren. Die Kunst, aus der Aneinannderreihung von Worten, fantastische Welten, tolle Charaktere und spannende Geschichten zu erschaffen, hat mich fasziniert. Natürlich wuchs in mir der Wunsch, selbst etwas zu kreieren. Etwas, das mich und eine hoffentlich große Leserschaft genauso begeistern kann, wie es die Werke der Damen und Herren Rowling, King, Adams, Pratchett, Zimmer-Bradley etc. bei mir geschafft haben.

Ich würde gerne sagen können, ich war konsequent bei der Verfolgung meines Traums. Aber die Wahrheit ist, dass ich eine neue Geschichte immer wieder aufgab, wenn ich an ein Hindernis stieß oder ich das Gefühl hatte, es sei eh nur Mist, was ich in Word niederhämmerte. Die Geschichten, die ich vollendete, gefielen mir hinterher auch nicht so wirklich. Die wenigen Ausnahmen, mit denen ich einigermaßen zufrieden war, habe ich versucht in Wettbewerben und Ausschreibungen unterzubringen. Die Reaktionen darauf waren ernüchternd: Nur Ablehnungen, manchmal nicht mal das. Die ablehnenden E-Mails waren immer gleich freundlich funktioniert: „Danke, für die Beteiligung. Aber leider konnten wir aufgrund der Vielzahl der Einsendungen ihre Geschichte nicht berücksichtigen“. Bla Bla Bla. Im Klartext setzte sich bei jeder neuen Ablehnung ein kleines Teufelchen auf meine Schulter und meinte hämisch zu mir: „Du hast es einfach nicht drauf. Lass es sein.“ Und was soll ich sagen? Für eine Zeit hat es dieser kleine Kerl tatsächlich geschafft.

Tritte in den …

Okay, was hat sich geändert? Tja, das Folgende:

Mein 30. Geburtstag
Ein Lied wurde veröffentlicht
Das Statement eines Schriftstellers

Wie das in Zusammenhang steht? Nun, rollen wir es auf. Fangen wir mit dem Geburtstag an. Es scheint in der menschlichen Natur zu liegen, an runden Geburtstagen zurück zu blicken. Und nicht alles an diesem Rückblick hat mir gefallen. Ich bin stolz auf Geleistetes, aber ebenso ärgerlich über nicht genutzte Möglichkeiten. Und das Teufelchen – ihr erinnert euch? – kletterte auf meine Schulter und erinnerte mich höhnisch daran, dass vermutlich ein starkes Drittel meiner Lebenszeit vorbei ist!

Das zweite war das Lied. Es handelt sich um den Song „Vermessung des Glücks“ der Mittelaltertruppe Saltatio Mortis. Auszug gefällig? „Begeisterst dich für fremde Träume, Solang ein anderer sie dreht; Vergisst dabei, dass jeder Anfang immer an sein Ende strebt; Und wenn der Tod dann vor dir steht; Dein letzter Traum verblasst; Denkst du an die versäumten Dinge; Geschichten, die du nie erlebt hast.“

Und zu guter Letzt. Der Schriftsteller Andreas Eschbach schrieb auf seiner Webseite: „Ich kenne das. Aber das ist kein Männchen – das ist Ihr Tod. Es ist die Ahnung, daß Sie eines Tages auf Ihrem Sterbebett liegen werden, wissend, dass der Tod nahe und Ihr Leben am Ende angelangt ist, und alles, was Sie bestenfalls tun können, ist Rückschau zu halten. Die Frage ist: wird die Tatsache, ein Buch geschrieben oder nicht geschrieben zu haben, in dieser Stunde eine Rolle spielen? Mir ist eines Tages klar geworden, daß ich es mir nicht verzeihen könnte, es nicht versucht zu haben: einen Roman zu schreiben und zu veröffentlichen. Während es mir auch in der Stunde meines Todes scheißegal sein wird, den Mount Everest nicht bestiegen und den Hawaii Ironman nicht absolviert zu haben. Bei anderen mag es umgekehrt sein, die müssen dann anders handeln als ich es getan habe.“

Ihr merkt es vielleicht. Das geht alles in eine Richtung.

Und das Ende vom Lied …

Ich schreibe wie ein Besessener ;). Ob ich jemals die Genialität meiner Vorbilder erreiche, weiß ich natürlich nicht. Aber ich setze alles daran, besser in der Kunst des Geschichtenerzählens zu werden und das Beste zu erschaffen, das mir möglich ist. Glücklicherweise habe ich auch einige Gleichgesinnte gefunden, mit denen das Erarbeiten von Texten so richtig Spaß macht. Mittlerweile habe ich nicht nur in mehreren Sammelbänden Kurzgeschichten veröffentlichen können, sondern war auch mehrfach als Herausgeber aktiv.

Neben meinen Schreibprojekten arbeite ich zudem im Mystic Verlag als Lektor, Korrekturleser, (Co-)Herausgeber, Datenschutzbeauftrager und Webmaster.

Diesen Text habe ich nicht nur als Aufarbeitung für mich, sondern auch für all die Jung-Autoren da draußen geschrieben. Wenn euch Stellen in meiner Vita vertraut vorkommen, kann ich euch nur den Tipp geben, an euch selbst zu glauben, Feedback dankbar anzunehmen und durchzuhalten.

PS: Das kleine Teufelchen habe ich im übrigen gefesselt, geknebelt und den Katzen zum Spielen hingeworfen.