F. A. Q. :

Herausgeber und Anthologien

Ihr habt für meine Ausschreibung oder ein geladenes Anthologie-Projekt eine Geschichte eingereicht. Sie gefällt mir, ich habe sie ausgewählt und gemeinsam haben wir im Zuge von Lektorat und Korrektorat die Version erstellt, die in der Anthologie veröffentlicht werden soll. Und dann komme ich plötzlich mit einem Vertrag um die Ecke und erkläre euch, dass eure Geschichte nur dann erscheinen kann, wenn ihr mir den Vertrag unterschrieben zurückschickt.

In diesem Teil meiner Beitragsreihe widme ich mich daher ganz diesem Vertrag. Ich versuche detailliert zu schildern, was die einzelnen Klauseln für euch und mich bedeuten und warum wir überhaupt einen abschließen. Der Vertrag ist branchenüblich. Abgesehen von einigen Anpassungen (zu euren Gunsten, nebenbei), finden viele der Passagen auch in den Verträgen von Anthologie-Ausschreibungen anderer Verlage und Herausgeber Anwendung.

Der folgende Beitrag ist somit sowohl für Autoren, als auch für jeden, der mit dem Gedanken einer Herausgeberschaft spielt, von Interesse.

Teil 4: Der Anthologie-Vertrag

Was ein Vertrag ist, bedeutet und warum wir einen abschließen

Fangen wir mal ganz von vorne an. Ihr und ich – wir schließen mit der Nutzung eures Textes in meiner Anthologie ein rechtsgültiges Geschäft ab. Ein Rechtsgeschäft entsteht durch übereinstimmende Willenserklärungen. In unserem stinknormalen Alltag schließen wir mehrmals Rechtsgeschäfte ab, die für uns so selbstverständlich sind, dass wir sie kaum noch als solche wahrnehmen: Jegliche Art von Einkauf (Bäcker, Metzger, Supermarkt etc.), Essen oder Trinken in einem Restaurant, Tanken etc. Theoretisch können wir all diese Rechtsgeschäfte schriftlich in einem Vertrag festhalten. Aber wenn ihr jetzt an euren Bäcker, eure Lieblingskneipe oder die Tanke an der Ecke denkt, habt ihr dort vermutlich noch nie einen Vertrag unterschrieben, oder? Der Grund hierfür ist simpel: Es wäre ein Riesenaufwand. Daher hat der Gesetzgeber entschieden, dass nicht für jedes Rechtsgeschäft ein Vertrag abgeschlossen werden muss, sondern s. g. konkludentes (schlüssiges) Handeln genügt. Ein Beispiel: Ihr geht in einen Supermarkt, holt was ihr braucht und legt anschließend die Ware auf das Kassenband. Klarer Fall: Euer Verhalten, die Waren zu erwerben, ist damit eindeutig und genügt zum Abschluss des Rechtsgeschäfts.

Warum machen wir überhaupt einen Vertrag?

Unser Handeln ist doch auch schlüssig: Ihr reicht ein, ich akzeptiere, Buch erscheint – tolle Sache :). Einmal, weil es der Gesetzgeber empfiehlt und v. a. aus den nachfolgenden Gründen:

– Konkretisierung des Vertragsgegenstandes – Der Vertragsgegenstand wird ganz genau umrissen. Dieser Vertragsgegenstand wird weiter unten noch einmal thematisiert, daher im Kurzen: Wir halten fest, „worüber“ wir eigentlichen ein Rechtsgeschäft abschließen.

– Missverständnisse vermeiden – Wir halten alle Bedingungen bezgl. des Rechtsgeschäfts genau fest. Dadurch vermeiden wir Missverständnisse, die evtl. durch bisherige mündliche oder schriftliche Korrespondenz entstanden sind und finden heraus, ob unsere Willenserklärungen tatsächlich übereinstimmen.

– Rechte und Pflichten nennen – Unser Rechtsgeschäft hat für uns beiden Rechte und Pflichten zur Folge. Im Vertrag sind sie detailliert aufgeführt.

Und nun der wichtigste Grund: Ich erhoffe mir bei jedem Vertrag, dass er nur eine Formalität des Rechtsgeschäfts ist. Man ist sich einig, heftet den Vertrag in einem Ordner ab und sieht ihn sich nie wieder an und erfreut sich stattdessen an dem schönen Sammelband. Aber wenn es nie Probleme mit Rechtsgeschäften gäbe, dann wären viele Anwälte und Richter wohl arbeitslos. Sie sind es nicht, und auch wenn ich mir erhoffe, bei etwaigen auftretenden Problemen eine gemeinsame Lösung zu finden, gibt es im Hinblick auf das Worst-Case-Szenario (gerichtliche Auseinandersetzung) einen sehr guten Grund, ein Rechtsgeschäft schriftlich per Vertrag festzuhalten:

– Zum Nachweis und dem Schutz beider Parteien

Und jetzt bröseln wir mal die einzelnen Passagen auf …

Der Vertrag: Passage für Passage

  • Zwischen:
    (nachfolgend: Autor)
  • und: Christoph Kolb
    (nachfolgend: Herausgeber)

Die Vertragsparteien dieses Rechtsgeschäfts bestehen aus euch (dem Autor) und mir (dem Herausgeber). Falls ihr euch jetzt fragt, was mit dem Verlag ist, in welchem die Anthologie erscheinen wird: Meine Anthologien entstehen als Co-Projekte. Das bedeutet für mich, sowohl einen Vertrag mit den Autoren zur Nutzung ihrer Texte zu schließen, sowie einen weiteren Vertrag mit einem Vertriebspartner (dem Verlag oder einem Dienstleister wie BoD) hinsichtlich der Veröffentlichung.

  • § 1 Vertragsgegenstand
  • Gegenstand dieses Vertrags ist
  • der Beitrag des Autors mit dem Titel:
    (Hier wird der Titel der Geschichte eingesetzt, nachfolgend: Beitrag)
  • zur Veröffentlichung in der Anthologie des Herausgebers:
    (Hier Einsetzung des Anthologie-Titels und ISBN, nachfolgend: Anthologie)

Und hier haben wir den Vertragsgegenstand. Was bedeutet das also: Ihr erlaubt mir eure Geschichte – und nur dieses eine Werk von euch! – in der Anthologie – und nur in dieser und nicht etwa noch in anderen! – zu veröffentlichen. Im Paragraf 2 konkretisiere ich dann, welche Rechte an diesem einen Werk in dieser einen Anthologie ihr mir übertragt.

  • § 2 Rechteeinräumung
  • Der Autor räumt dem Herausgeber mit Vertragsabschluss folgende Rechte ein:
  • 1. Das einfache Nutzungsrecht seines Beitrags zur Verwendung in der Anthologie (inklusive eBook) für einen Zeitraum von mindestens 3 (in Worten: drei) Jahren ab Veröffentlichungsdatum. Die Einräumung des Nutzungsrechts zur Verwendung in der Anthologie (inklusive eBook) verlängert sich automatisch um 1 (in Worten: ein) weiteres Jahr, sofern der Autor nicht spätestens 6 Wochen vor Ablauf des eingeräumten Zeitraums der weiteren Verwendung widersprochen hat. Der Widerspruch bedarf der Schriftform.

Was für ein Brocken Amtsdeutsch :). Fangen wir mit dem Nutzungsrecht und der Nutzungsdauer an. Im Regelfall sichern sich Verlage das Nutzungsrecht „exklusiv“ zu. Das ist auch nur verständlich: Ein Verlag investiert Zeit und Geld in ein Buchprojekt und bewirbt es anschließend. Diese Investition will der Verlag wieder hereinholen. Dafür verlangt er eben – zumindest eine Zeit lang – der einzige zu sein, der euer Werk anbieten darf. Man stelle sich vor, der Verlag von Joanne K. Rowling hätte sich kein exklusives Nutzungsrecht gesichert und Frau Rowling hätte „Harry Potter“ an ein Dutzend Verlage weiterverhökert – der Zusatz „einfach“ bedeutet aber, dass ihr eigentlich genau das dürft ;). Ihr könnt eure Geschichte online stellen, in einem eigenen Sammelband veröffentlichen, an weitere Ausschreibungen / Zeitschriften / Verlage schicken usw. Nur eines könnt ihr nicht: Ein Exklusiv-Nutzungsrecht vergeben. Den über das verfügt ihr während der drei Jahre unseres Vertrags-Verhältnisses nicht.

Warum eigentlich drei Jahre? Ihr müsst mir als Herausgeber schon etwas Zeit geben, die Anthologie zu bewerben (Blogger, Kritiker, Lesungen, Buchläden abklappern) und auch Mundpropaganda wirken zu lassen. Drei Jahre ist in der Regel der Zeitraum, ehe die Verkäufe an einem Buch ganz abreißen. Sofern jedoch weiterhin ein Interesse besteht, lasse ich die Anthologie auch gerne länger am Markt, daher verlängert sich die Nutzungsdauer ohne einen Widerspruch von euch automatisch um ein weiteres Jahr. Diesbezüglich habt ihr natürlich die Möglichkeit zu widersprechen und mir euren Widerspruch bis spätestens sechs Wochen vor Ablauf des Einreichungszeitraums schriftlich zu übermitteln.

Beispiel: Anthologie XY erscheint am 01.06.2019. Der Nutzungszeitraum geht somit bis zum 01.06.2022. Wenn ihr nicht möchtet, dass ich eure Geschichte darüber hinaus in der Anthologie verwende, müsst ihr mir das schriftlich spätestens am 15.04.2022 mitteilen.

Dann muss ich eure Geschichte nach drei Jahren ab Veröffentlichungsdatum herausnehmen. In der Realität wird es wohl so aussehen, dass ich dann das komplette Werk vom Markt nehme, da ich es nur sehr ungern schmälere.

  • 2. Die Nennung seines Namens (bei Veröffentlichung mit Pseudonym, seines Pseudonyms) und seines Beitrags im Zusammenhang mit der Veröffentlichung in der Anthologie auf der Internetseite des Herausgebers und der Internetseite seines Vertriebspartners, dem MysticVerlag, Inhaber: Timo Arnold, Adolf-Ludwig-Ring 69, 66955 Pirmasens. Dies schließt sämtliche Online-Auftritte (bspw. Social Media Profile) des Herausgebers und seines Vertriebspartners ein.

Um die Anthologie bewerben zu können, werde ich natürlich auch die beteiligten Autoren nennen. Schließlich möchte ich euch, dass eure Stammleserschaft weiß, dass ihr darin vertreten seid. Dasselbe Recht gewährt ihr auch meinem Vertriebspartner, der hier explizit genannt wird.

  • 3. Den Abverkauf eventueller Restbestände der Anthologie über den in Satz 1 genannten Einräumungszeitraum hinaus.

Logisch, oder? Wenn ich – und nicht zu vergessen, auch die anderen Autoren der Anthologie! – noch Restbestände habe, erlaube ich mir, diese ganz regulär weiterzuverkaufen. Ich darf nach Ablauf des Einräumungszeitraums nur keine neuen Exemplare mehr drucken lassen.

  • Alle weiteren Rechte verbleiben dem Autor

Das Nutzungsrecht und die Nutzungsdauer ist nur eines von vielen Verwertungsrechten. Ich nehme mir für die Anthologie nur das, was ich brauche, um das Buchprojekt veröffentlichen zu können. Das wären die in Punkt 1 bis 3 aufgeführten Rechte. Alle weiteren (bspw. für Verfilmung, Hörspiele, Merchandise usw.) kann und will ich nicht verwerten, daher fordere ich sie auch nicht ein.

  • § 3 Gewährleistung
  • 1. Der Autor versichert, dass er der Urheber des Beitrags, und allein berechtigt ist, über das Urheberrecht an dem Beitrag zu verfügen.
    2. Der Autor versichert, dass die, in diesem Vertrag getroffenen Vereinbarungen nicht die Rechte Dritter verletzt.
    3. Der Autor versichert, dass er keine, diesem Vertrag zuwiderlaufende Verfügung über die Rechte an seinem Beitrag getroffen hat und während der Vertragslaufzeit keine treffen wird.
    4. Der Autor ist verpflichtet, den Herausgeber schriftlich auf im Werk enthaltene Darstellungen von Personen oder Ereignissen hinzuweisen, mit denen das Risiko einer Persönlichkeits- oder sonstigen Rechtverletzung verbunden ist.
    5. Der Autor stellt den Herausgeber im Hinblick auf die Absätze 1, 2, 3 und 4 von sämtlichen Ansprüchen Dritter einschließlich der Kosten der Rechtsverteidigung und/oder Rechtsverfolgung vollumfänglich frei. Dies gilt auch, soweit der Autor Mängel des Werkes zu vertreten hat.

Als Herausgeber bin ich haftbar für etwaige Rechtsverstöße, die mit der Anthologie begangen werden. Aus diesem Grund lasse ich mir die o. g. Bedingungen von euch im Anthologie-Vertrag bestätigen.

Zu 1.) Ihr versichert mir, dass die Geschichte euer Werk ist und ihr somit über das Urheberrecht. Sofern ihr einen Co-Autor hattet, verfügt ihr darüber nicht allein!

Zu 2.) Seht hierzu den Paragraf 2 des Vertrags. Könnt ihr mir diese Rechte einräumen oder würde es sich mit einem anderen (früher) geschlossenen Vertrag (bspw. mit einem Verlag) widersprechen? Ihr könnt mir kein einfaches Nutzungsrecht übertragen, wenn ihr einem anderen Herausgeber oder Verlag ein exklusives Nutzungsrecht eingeräumt habt, und die Bindungsfrist noch nicht abgelaufen ist. Ein anderes Beispiel wäre etwa „Fan Fiction“, sprich ihr benutzt Charaktere oder Welten anderer Autoren. Die Geschichte ist dann zwar euer Werk, aber über die Rechte an den Charakteren und Welten anderer verfügt ihr nur mit deren Erlaubnis. Und diese Erlaubnis brauche dann auch ich.

Zu 3.) Ebenfalls verknüpft mit dem Paragraf 2 des Vertrags. Zusätzlich würdet ihr mit mir Vertragsbruch begehen, wenn ihr etwa nach Vertragsabschluss ein exklusives Nutzungsrecht vergebt, daher auch der Nachsatz „… und während der Vertragslaufzeit keine treffen wird“.

Zu 4.) Ein Beispiel: Nehmen wir an, ihr hasst euren Chef, lasst ihn eurer Geschichte auftreten und dort so richtig leiden. Nun, ihr könnt schreiben, was ihr wollt, aber bei Veröffentlichung wäre das eine Persönlichkeitsverletzung. Vermeidet es auch, starke Paralellen zu ziehen. Sicher habt ihr in Abspännen von Filmen oder in Büchern schon mal einen Haftungsausschluss a’la „Die Ereignisse und Personen in diesem Werk sind fiktiv. Jede Ähnlichkeit mit realen Personen oder Ereignissen ist rein zufällig“ gelesen. Aber ein weiteres Beispiel: Im realen Leben arbeitet ihr in einer Fabrik in Köln, euer Chef ist dick und heißt Maier. Wenn in eurer Geschichte der Chef also eine Fabrik in Köln hat, korpulent beschrieben wird und Müller heißt, wird sich kaum ein Richter davon überzeugen lassen, dass diese Ähnlichkeiten „zufällig“ sind.

Gleichfalls dürft ihr in eurem Werk keine Prominenten, Politiker oder andere echte Personen aufführen. Wenn ihr also einen Rockstar, einen berühmten Schauspieler oder einen Bundeskanzler für eure Geschichte braucht – denkt euch einen aus und haltet Axl Rose, Brad Pitt und Angela Merkel da raus.

  • § 4 Vergütung, Freiexemplar und Autorenrabatt
  • 1. Der Autor erhält 1 (in Worten: ein) Freiexemplar frei Haus innerhalb Deutschlands und ins EU-Ausland sowie der Schweiz.
    2. Der Autor hat die Möglichkeit, Exemplare der Anthologie mit einem Rabatt von 20 (in Worten: zwanzig) Prozent zum Verkaufspreis zzgl. Versandkosten zu bestellen. Die Versandkosten entsprichen den Kosten der deutschen Post.
    3. Die Auslieferung des Freiexemplars sowie eventuell bestellter Zusatz-Exemplare erfolgt spätestens 6 (in Worten: sechs) Wochen ab Veröffentlichungsdatum.
    4. Der Autor hat die Möglichkeit, Exemplare zu denselben Konditionen nachzubestellen, solange die Anthologie vertrieben wird.
    5. Mit dem Freiexemplar und dem Autorenrabatt sind sämtliche Vergütungs-Ansprüche des Autors aus diesem Vertragsverhältnis gegenüber dem Herausgeber abgegolten.

Das dürfte soweit verständlich sein. Hier erfahrt ihr, wie die Vergütung aussieht, welche Konditionen ihr bei Bestellungen habt und wann ihr euren Lohn – das Freiexemplar – erhaltet. Gleichfalls werdet ihr darauf hingewiesen, dass dieses Freiexemplar die einzige Bezahlung aus diesem Vertragsverhältnis darstellt.

  • § 5 Urhebernennung und Datenschutz
  • 1. Der Herausgeber ist verpflichtet, den Autor in angemessener Weise als Urheber seines Beitrags auszuweisen.
    2. Mit seiner Unterschrift bestätigt der Autor, ein Exemplar der „Datenschutzinformation nach §§13,14 DSGVO“ erhalten zu haben.

Als Herausgeber habe ich die Pflicht, darzulegen, wer die Urheber der jeweiligen Geschichten sind. In ‚angemessener‘ Weise mache ich dies, indem ich im Inhaltsverzeichnis sowie im Buch selbst, bei dem Geschichtentitel euren Namen oder euer Pseudonyme ausweise. Gleichfalls erhaltet ihr mit dem Vertrag meine Datenschutzerklärung, die euch darüber informiert, wie ich die Daten, die ihr mir übermittelt, nutze. Dies könnt ihr hier nachlesen.

  • § 6 Schlussbestimmungen
  • 1. Änderungen und Ergänzungen dieses Vertrages bedürfen der Schriftform.
    2. Sollten einzelne Bestimmungen dieses Vertrags unwirksam sein oder werden, bleibt die Gültigkeit der übrigen Bestimmungen unberührt. An Stelle der unwirksamen Bestimmung werden die Vertragsparteien eine wirksame Regelung treffen, die der unwirksamen Bestimmung in tatsächlicher, wirtschaftlicher und rechtlicher Hinsicht möglichst nahe kommt.
    3. Eingedenk des besonderen Charakters einer Anthologie vereinbaren die Vertragsparteien als Erfüllungsort für dieses Vertragsverhältnis den Sitz des Herausgebers.

Zu 1) Natürlich könnt ihr Änderungen vorschlagen. Dies bedarf jedoch der Schriftform. Bei Roman-Einreichungen ist dies gang und gäbe, einen Vertrag mit Änderungen zurückzuschicken und abzuwarten, ob der Verlag akzeptiert. Merke: Jede Änderung ist ein neues Angebot! Hinsichtlich einer Anthologie muss ich jedoch ganz klar sagen: „Extrawürste“ brate ich nicht, da die ganze Angelegenheit sonst zu kompliziert würde und andere Autoren in der Anthologie benachteiligt. Klare Kante: Ihr habt das Recht, Änderungen vorzuschlagen, was aber nur dazu führen wird, dass ich von einer Veröffentlichung eurer Geschichte absehe und das Rechtsgeschäft nicht eingehe.

Zu 2) Gesetze können sich während der Vertragslaufzeit ändern. Nehmen wir an, der Gesetzgeber würde entscheiden, dass ein Belegexemplar als reine Vergütung zu wenig wäre. Das heißt nicht automatisch, dass ich euch dann gleich Hundert schicken muss, sondern eine Regelung getroffen wird, die der ursprünglichen Vergütung nahekommt und dem Gesetz genüge tut.

Zu 3) Der Erfüllungsort liegt bei dem Herausgeber (mir), demzufolge müssen alle Streitigkeiten bei meinem zuständigen Gericht geführt werden.

  • Dieser Vertrag erlangt mit Unterschrift der Vertragsparteien seine Gültigkeit.

Ganz wichtig: Unser Rechtsgeschäft wird erst gültig, wenn wir beide den Vertrag unterschreiben. Bei allem, was vorher war (Einreichung, eventuelle Arbeiten an eurem Manuskript etc.) ist noch kein Rechtsgeschäft zustande gekommen. Mit eurer Unterschrift bestätigt ihr euren Willen, das Rechtsgeschäft nach den aufgeführten Bedingungen einzugehen.

Zu guter Letzt

Ich hoffe, ich konnte euch erklären, was die einzelnen Passagen bedeuten und warum ich sie in den Vertrag aufgenommen habe. Ich lege euch nahe, nur in meinen Ausschreibungen einzureichen, wenn ihr mit diesen Bedingungen einverstanden seid. Sofern noch Fragen offen sind – nur her damit :).

F.A.Q.: Herausgeber und Anthologien (4): Der Vertrag

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.